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Über mich

Lebenslauf | Veröffentlichungen | ORCiD | Academia.edu | ResearchGate | Autorenseite bei Amazon

Ich bin Historiker und Soziologe und seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein Forum in Potsdam.  Zu meinen Forschungsgebieten gehören in erster Linie Gedenkpraktiken, Kriegsdenkmäler und Militärfriedhöfe sowie Protest und soziale Bewegungen. Nicht zuletzt interessieren mich unerwartete Parallelen und Verbindungen zwischen diesen Phänomenen, wie etwa strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Protest- und Gedenkbewegungen. Geographisch beschäftige ich mich vor allem mit der Sowjetunion und ihren Nachfolge- und ehemaligen Satellitenstaaten, interessiere mich jedoch auch sehr für transnationale und globale Verflechtungen und Vergleiche, vor allem mit West- und Südosteuropa sowie dem Globalen Süden.

In meiner aktuellen Forschung beschäftige ich mich mit der Geschichte der sowjetischen Kriegsdenkmäler sowie mit Vergangenheit und Gegenwart (post-)sowjetischer Praktiken des Kriegsgedenkens. Außerdem erschließe ich das private Archiv eines Dorfschullehrers aus dem Südosten von Belarus, der die Geschichte seiner kleinen, nach der Katastrophe von Tschernobyl verschwundenen Siedlung aufschrieb. Darüber hinaus bin ich an zwei kollektiven Forschungsprojekten beteiligt: einem vom Russischen Wissenschaftsfonds unterstützten Projekt der Staatlichen Universität Tjumen zu “institutionalisierten und nicht-institutionalisierten Ritualen in der spätsowjetischen Gesellschaftsstruktur (1956-1985)” sowie einem vom südafrikanischen National Institute for the Humanities and the Social Sciences geförderten Projekt zu neoliberaler Politik und sozialen Bewegungen in den BRICS-Staaten.

Prägend für meine Forschungsperspektiven war vor allem die Kulturgeschichte in der Tradition der Annales  sowie die französische pragmatische Soziologie, insbesondere die maßgeblich von Laurent Thévenot entwickelte Soziologie der Regime des Engagiertseins. Über meine eigenen Forschungsinteressen hinaus habe ich ausgiebige Erfahrungen als Mittler zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Ob in Oxford, Paris, Moskau, Princeton oder Potsdam — mein Leben lang habe ich ausschließlich an interdisiziplinären Institutionen studiert, promoviert, geforscht und unterrichtet; zudem habe ich jahrelang als Zeitschriftenredakteur und Übersetzer gearbeitet. Dadurch konnte ich nicht nur ein gutes Gespür für die unterschiedlichen Konventionen verschiedener Geistes- und Sozialwissenschaften entwickeln, sondern auch für die unterschiedlichen Arten, in denen an verschiedenen Institutionen und in verschiedenen nationalen Wissenschaftskulturen jeweils die Grenzen zwischen den einzelnen Fächern gezogen werden.

Ich bin viersprachig aufgewachsen und veröffentliche regelmäßig auf Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch. Darüber hinaus beherrsche ich leidlich das Italienische, Spanische und Ukrainische in Wort und Schrift und habe ein gutes Hör- und Leseverständnis des Belarussischen, Polnischen, Jiddischen und Portugiesischen. Zumeist kann ich mir den ungefähren Sinn von Texten in anderen romanischen, germanischen und slawischen Sprachen erschließen und habe auch schon mit Quellen auf Estnisch (der Herkunftssprache eines Teils meiner Familie) gearbeitet. In meiner Schul- und Studienzeit habe ich — abgesehen vom Großen Latinum und einem Jahr Altgriechisch — Sprachzertifikate in Japanisch, Türkisch und Arabisch erworben. Diese und diverse andere Sprachen, in denen ich mir irgendwann Grundkenntnisse angeeignet habe, benutze ich selten und kann sie daher auch nicht aus dem Stegreif aktivieren, erfahrungsgemäß aber nach einigen Tagen Sprachbad wieder sehr einfache Gespräche führen oder Texte verstehen.

Als passionierter Reisender habe ich alle Länder Europas sowie Teile Nordamerikas, Nordafrikas, des Nahen Ostens, Ostasiens und Australiens besucht. Wenn ich nicht gerade im Archiv oder im Feld bin, fühle ich mich auf einem Fahrrad, einem Bergwanderweg oder in einem Kajak am glücklichsten. Ich lebe vegan und möchte auch Ihnen ans Herz legen, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren oder ganz auf ihn zu verzichten — wenn schon nicht aus ethischen Gründen, so wenigstens aus solchen der eigenen Gesundheit oder der Selbsterhaltung unserer Spezies.

Diese viersprachige Webseite wird derzeit aktualisiert, noch fehlen Informationen zu einigen meiner Forschungsprojekte.  Eine Übersicht über viele meiner Publikationen finden Sie inzwischen hier.